Tag: hdd

Festplatten sicher löschen die 2.

01 Mai

Ich hatte bereits letztes Jahr im August einen Artikel zum Thema “Festplatten richtig zerstören – Daten richtig löschen” geschrieben. Nun habe ich bei Christian eine weitere gute und recht flotte Möglichkeit gefunden, die Daten auf einer neueren (BJ > 2001) Festplatte endgültig zu löschen.

Und zwar beschreibt der ATA-Standard einen eigenen Löschbefehl, mit dem die betroffene Festplatte sich selber löschen kann, bzw. die Daten die auf ihr gespeichert sind. Durch die direkte Ausführung innerhalb des Festplattengehäuses, werden wesentlich weniger Ressourcen verbraucht, was in einer bis zu 8-mal schnelleren Löschgeschwindigkeit resultiert!

Den Befehl kann man allerdings nicht direkt absetzen, man muss mit einer speziellen LiveCD booten und kann dann via Konsole die Festplatte auswählen (nicht zu löschende evtl. abkoppeln ;)) und den Löschvorgang starten.

(Bild von JosefRousek)

 

Festplatten richtig zerstören – Daten richtig löschen

08 Aug

158902839_bc91e0817fMöchte man seine Daten korrekt und endgültig zerstören sollte man die Festplatte am besten komplett vernichten. Nur wie mache ich das korrekt? Viele Leute denken, es reiche aus wenn sie die Festplatte in einem Fluss versenken oder sie in den Backofen legen und dort “grillen”.

Oft wird dabei auch gleich der komplette Laptop / Rechner mit verfeuert. Hierbei muss man jedoch bedenken das der Rechner dann ja sogar noch als Schutzhülle um die Festplatte wirkt. Also keine gute Idee. Forensiker im Labor können solche Rechner ohne Probleme wieder auseinander nehmen und die Festplatte in 95% der Fälle auch wieder auslesen. Ähnliches gilt für die Platte im Fluss oder die aus dem Backofen. Selbst angerostete Platten können meist noch gerettet werden!

Doch was hilft nun? Wann kann man sich sicher sein das die Daten unwiederbringlich gelöscht sind? Sofern man die Festplatte nicht mehr verkaufen will, sollte man sich an folgende Schritte halten:

  1. Die Festplatte mit einem geeigneten Tool formatieren, hier reicht die einfache Formatierung aus
  2. Die Festplatte aus dem Rechner ausbauen
  3. Wenn möglich das Gehäuse der Festplatte öffnen
  4. Methode A: Die Platte für 1 Stunde einer Temperatur von über 700 Grad Celsius aussetzen
  5. Methode B: Die Platte einem starken Magnetfeld aussetzen, hier ist mindestens 1 Tesla nötig
  6. Methode C: A + B kombinieren ;)

Danach kann man sich ziemlich sicher sein (99%), die Daten für immer vernichtet zu haben. Möchte man die HDD allerdings noch verkaufen sollte man sich natürlich an andere Schritte halten, bei einem Verkauf empfehle ich:

  1. Platte mit einem gänzlich anderem Dateisystem formatieren, also zum Beispiel aus einer NTFS Platte eine ext3 Platte machen. Dabei nicht die “schnelle Formatierung” wählen, sondern die Platte komplett formatieren lassen
  2. Die neu formatierte Platte mit Datenmüll füllen, hierfür gibt es spezielle Tools. Oder man nimmt eine Linux-Live-CD und gibt in der Konsole folgendes ein: dd if=/dev/zero of=/dev/hdX (hdX steht für die Festplatte!) Damit wird die Platte komplett mit Nullen überschrieben.
  3. Fertig! Platte jetzt verkaufen :)

(Quelle: Technology Review, Ausgabe 08.2009)

 

Festplatte defekt/kaputt? Was nun?

12 Jun

211458521_e5243075b0Alles hat einmal ein Ende. So ist es auch bei einer Festplatte. Es kann jederzeit passieren und die Festplatte funktioniert auf einmal nicht mehr. Sei der Grund des Defekts einfach nur „Altersschwäche“ der Hardware, oder aber auch die Unachtsamkeit eines experimentierfreudigen Benutzers, welcher die Platte gerade ausgebaut hat und sie dann zu Boden fallen lassen hat. Nun ist sie kaputt und alle gespeicherten Daten sind weg und man sollte sich schleunigst überlegen, was man nun machen kann. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, für welche man sich jedoch an ein darauf spezialisiertes Unternehmen wenden sollte, da man selbst einfach nicht über das nötige Know-how, oder die nötige Technik verfügt.

Die erste Möglichkeit, die sich einem nun bietet, ist die Festplatte reparieren zu lassen. Dies ist zwar ein den meisten Fällen ein recht kostspieliges Unterfangen, jedoch kann man, wenn alles glatt läuft, wieder auf alle gespeicherten Daten zugreifen und man kann die Festplatte auch weiterhin verwenden um neue Daten zu speichern.

Entscheidet man sich für die zweite Möglichkeit, die Datenrettung der Festplatte, kommt man vermutlich etwas günstiger davon, jedoch hat diese Möglichkeit im vergleich zur Ersten einen kleinen Haken. Nach einer solchen Datenrettung ist die Festplatte nicht mehr zu gebrauchen, da diese beim Datenwiederherstellungsvorgang vernichtet wird. Aber in manchen Fällen ist dies nicht sonderlich schlimm, da Speichermedien heutzutage nicht mehr besonders teuer sind und man sich einfach eine neue Festplatte kaufen kann.

Egal wie man sich entscheidet, wenn man genug Geld bezahlt kann man sich darauf verlassen, dass die Daten gerettet werden. Die beste und vor allem kostengünstigste Lösung bei einem solchen Problem ist jedoch noch immer die rechtzeitige Vorsorge. Denn wenn man seine Daten regelmäßig auf einem anderen Speichermedium, als Sicherheitskopie, abspeichert, kann es zu gar keinem Datenverlust kommen. Und wenn es nicht zu einem Datenverlust kommt, muss man auch kein Geld für die Datenrettung der Festplatte, oder dem Festplatte Reparieren ausgeben.

 

Erste 2TB Platte erschienen

07 Feb

2tb-festplatteSeit einigen Tagen ist die erste 2 TB große Festplatte zu haben, Hersteller ist Western Digital. Die Platte dreht mit 5400 Umdrehungen pro Minute und besitzt einen 32 MB großen Cache. Sie wird per S-ATA 2 Interface angeschlossen und beherrscht NCQ. Für knapp 300 US Dollar kann man die Platte zur Zeit erwerben, in Deutschland soll sie im kommenden Monat erscheinen.

Tipp: Kostenlose CeBit Karten!

 

Hilfe, mein Computer piept… oder spukt komische Meldungen aus…

20 Jan

BIOS POSTNein, nicht meiner, aber so oder so ähnlich sind sicher die Ausrufe einiger User wenn ihr geliebter PC nicht mehr korrekt hochfährt und der Bildschirm schwarz bleibt. Meistens spukt der Computer dann jedoch noch diverse Piep-Töne aus, diese werden vom BIOS (Basic Input/Output System) erzeugt und während des POST (Power-on-self-test) ausgegeben. Je nach BIOS Hersteller (AMI, Award, Phoenix, Dell, etc.) bedeuten die Codes etwas verschiedenes. Auf jeden Fall helfen sie aber bei der Fehlersuche! Daher sollte man gut hinhören und sich die Tonfolge am Besten auch notieren. Piept der PC in regelmäßigen Abständen das Gleiche, wiederholt er sich nur, bis man das Problem eben löst. Meistens liegt es dann an der Hardware, das heißt es kann zum Beispiel eine lockere Grafikarte oder ein nicht korrekt sitzender Speicherriegel dafür verantwortlich sein. Daher gibt es hier jetzt mal eine Übersicht über die gängigsten Fehlercodes die als Piepton ausgegeben werden (die Fehler sollten dann mit Google gesucht und behoben werden).

AMI-BIOS

1x kurz: RAM defekt oder sitzt nicht richtig in der Halterung
1x lang: POST war erfolgreich
1x Dauerton: Netzteilfehler
1x lang, 1x kurz: Hauptplatinenfehler
1x lang, 2x kurz: Grafikkartenfehler Video-ROM-BIOS – Checksumme falsch
1x lang, 3x kurz: Videofehler, defekter RAM-DAC
1x lang, 4x kurz: Timer-Baustein defekt
1x lang, 5x kurz: Prozessorfehler
1x lang, 6x kurz: Tastatur-Controller fehlerhaft
1x lang, 7x kurz: Virtual-Mode Probleme
1x lang, 8x kurz: Fehler im Videospeicher
1x lang, 9x kurz: ROM-BIOS Page Rankingprüfsummenfehler
1x lang (hoch), 1x lang (tief): Prozessorfehler
2x kurz: Parity Error
2x kurz, 1x lang: Grafikartenkontakt nicht ok
2x lang, 2x kurz: Videofehler
3x kurz: Base 64K RAM Failure
3x kurz, 3x lang, 3x kurz: Arbeitsspeicher defekt
4x kurz: System Timer Fehler
5x kurz: Prozessor Fehler
6x kurz: Gate-A20-Fehler – deutet meist auf eine defekte Tastatur hin
7x kurz: Virtual Mode Exception Error
8x kurz: Grafikkarte defekt oder sitzt nicht richtig im Slot
9x kurz: ROM BIOS Checksum Failure
10x kurz: CMOS Shutdown Register Read/Write Error
11x kurz: Checksummen-Error. Prüfen Sie die Batterie des Motherboards

Award-BIOS

1x kurz: Alles Ok
1x lang: Fehler des Arbeitsspeichers, Module sitzen nicht richtig in den Halterungen des Motherboards
1x lang, 2x kurz: Grafikkarte fehlerhaft oder defekt
1x lang, 3x kurz: Tastatur defekt oder nicht angeschlossen (ab BIOS-Version 4.5 deutet dies auf einen Grafikkartenfehler hin)
3x lang: Fehler im Tastatur-Interface (3270)
1x Dauerton: Arbeitsspeicher oder Grafikkarte nicht gefunden
Wiederholt kurz: Problem mit der Stromversorgung des Motherboards
Sirenenton: Lüfter ausgefallen oder Lüfter hat keine Rotationsabfrage bzw. ist nicht angeschlossen
Sporadischer Ping-Pong-Beepton: Spannung der CPU ist für diese CPU nicht korrekt, CPU Lüfter schwankt sehr stark

Phoenix-BIOS

1x-1x-4x: BIOS fehlerhaft
1x-2x-1x: Hauptplatine defekt
1x-3x-1x: Problem mit dem Arbeitsspeicher, Module sitzen nicht richtig in der Halterung
3x-1x-1x: Defekte Hauptplatine
3x-3x-4x: Grafikkarte defekt oder sitzt nicht richtig in der Halterung
1x-2x-2x-3x: BIOS Checksumme falsch
1x-2x-3x-1x: Fehler im Timer-Baustein
1x-2x-3x-3x: Fehler im DMA-Controller
1x-3x-1x-1x: Test DRAM Refresh
1x-3x-1x-3x: Test 8742 Tastatur-Controller
1x-3x-3x-1x: Fehler im RAM
1x-3x-4x-1x: RAM Fehler an Adresse x
1x-3x-4x-3x: RAM Fehler bei Datenbit x, beim niedrigsten Bit des Speicher-Bus
1x-4x-1x-1x: RAM Fehler bei Datenbit x, beim höchsten Bit des Speicher-Bus
1x-4x-2x-1x: CMOS-Fehler
2x-1x-2x-3x: ROM Copyright ist fehlerhaft
2x-2x-3x-1x: Unerwarteter Interrupt

DELL Poweredge Server

1x-1x-2x: CPU-Registertestfehler
1x-1x-3x: CMOS-Schreib-/Lesefehler; fehlerhafte Systemplatine
1x-1x-4x: BIOS-Fehler
1x-2x-1x: Fehler des programmierbaren Intervallzeitgebers; fehlerhafte Systemplatine
1x-2x-2x: DMA-Initialisierungsfehler
1x-2x-3x: Schreib-/Lesefehler des DMA-Seitenregisters
1x-3x-1x: Fehler bei der Überprüfung des Hauptspeicher-Refreshs
1x-3x-2x: Kein Speicher installiert
1x-3x-3x: Chip- oder Datenzeilenfehler in den ersten 64 KB des Hauptspeichers
1x-3x-4x: Binärlogikfehler in den ersten 64 KB des Hauptspeichers
1x-4x-1x: Adresszeilenfehler in den ersten 64 KB des Hauptspeichers
1x-4x-2x: Paritätsfehler in den ersten 64 KB des Hauptspeichers
1x-4x-3x: Testfehler beim ausfallsicheren Zeitgeber
1x-4x-4x: Testfehler der Software-NMI-Schnittstelle
2x-1x-1x bis 2x-4x-4x: Bitfehler in den ersten 64 KB des Hauptspeichers
3x-1x-1x: Slave-DMA-Registerfehler
3x-1x-2x: Master-DMA-Registerfehler
3x-1x-3x: Master-Interruptmaskenregister-Fehler
3x-1x-4x: Slave-Interruptmaskenregister-Fehler
3x-2x-2x: Fehler beim Laden des Interrupt-Vektors
3x-2x-4x: Fehler beim Tastaturcontroller-Test
3x-3x-1x: CMOS-Fehler
3x-3x-2x: Fehler bei der Systemkonfigurationsüberprüfung
3x-3x-3x: Tastaturcontroller nicht erkannt
3x-3x-4x: Grafikspeicher-Testfehler
3x-4x-1x: Bildschirminitialisierungsfehler
3x-4x-2x: Bildschirmrücklauf-Testfehler
3x-4x-3x: Grafik-ROM-Suchfehler

Nachtrag: kurz sowie lang sind relativ, das heißt man kann hier keine Zeitspanne in Sekunden oder Ähnlichem angeben, kurz ist immer der Ton, der der kürzere der (beiden) Töne ist, das heißt also wenn man zwei unterschiedlich lange Töne hören kann weiß man automatisch welcher der Lange ist. Bei immer gleich langen Tönen sind es meistens kurze Töne, wenn sie jedoch wirklich lang erscheinen sind es logischerweise lange Töne ;).

Zusatz – Lesbare Fehlermeldungen

Zusätzlich biete ich hier noch eine kleine Übersicht über lesbare Fehlercodes die während des Bootens auftreten können:

C-MOS-Battery HAS FAILED: Die kleine Batterie auf dem Mainboard, die die Spannungsversorgung zum Puffern der C-MOS Daten liefert, ist defekt oder leer.

C-MOS CHECKSUM ERROR: Beim POST-Test des BIOS werden unter anderem auch die Inhalte des C-MOS-Speichers geprüft. Danach werden die Daten gelesen und die Hardware des Rechners mit den vorgefundenen Daten programmiert. Während dieser Programmierung wird eine Quersumme zur Kontrolle errechnet, stimmt diese nicht mit den gespeichert Werten überein, so kommt es zu dieser Fehlermeldung.

DISK BOOT FAILLURE, INSERT SYSTEM DISK AND PRESS ENTER: Diese Fehler taucht immer dann auf, wenn der Computer gebootet wird aber bei diesem Vorgang kein startfähiges System vorfindet. Dies kann sowohl die Festplatten als auch Disketten und CD-Rom Laufwerke betreffen.

DISKETTE DRIVERS OR TYPES MISMATCH ERROR – RUN SETUP: Ein seltener Fehler, aber er kommt auch vor. Es bedeutet soviel wie falsche Einstellungen für die Festplatten- oder Disketten- Laufwerke.

ERROR ENCOUNTERED INITIALIZING HARD DRIVE: Dieser Fehler betrifft die Festplatte/-n. Hier sind die physikalischen Werte, die man im BIOS einstellen kann, nicht richtig eingestellt. Sollten diese jedoch stimmen, so bleibt noch die Möglichkeit, mal denn Rechner aufzuschrauben und die Anschlüsse zu prüfen. Es kann durchaus sein, dass ein Kabel nicht richtig sitzt. Ist hier auch alles in Ordnung, dann noch schauen ob der Festplattencontroller richtig im Sockel sitzt.

FLOPPY DISK CONTROLLER ERROR OR NO CONTROLLER PRESENT: Dieser Fehler betrifft nun dass Diskettenlaufwerk. Falsche Einstellungen im BIOS, Kabel locker oder der Controller sitzt nicht richtig.

KEYBOARD ERROR OR NO KEYBOARD PRESENT: Ein typischer Fehler, wenn man vergessen hat, die Tastatur einzustecken. Allerdings kann dieser Fehler auch auftreten, wenn man etwas auf der Tastatur liegen hat, was eine Taste dauerhaft nach unten drückt. Somit wird dann ein Dauersignal gesendet, welches beim POST-Test Störungen auslöst.

MEMORY ADRESS ERROR AT…: Dieser Fehler wird angezeigt, wenn beim Testen des Arbeitsspeichers (RAM) ein Fehler aufgetreten ist. In der Regel wird dieser mit der Adresse des Fehlers im Arbeitsspeicher angezeigt.

MEMORY PARITY ERROR AT…: Hier ist ein Fehler in der Checksumme der RAM-Bausteine aufgetreten. Auch dieser wird in der Regel mit der dazugehörigen Adresse angezeigt.

Bitte meldet mir fehlerhafte Codes oder solche die gänzlich fehlen! Je nach Hersteller und Version unterscheiden sich die Codes erheblich, man muss also wissen wo man suchen muss ;). Um die Probleme zu lösen empfehle ich eine schnelle Suche bei Google.