Wie einige amerikanische Forscher jetzt in der Zeitschrift “Nature” veröffentlichten, kann man mit einer einfachen handelsüblichen Tesafilmrolle Röntgenaufnahmen erstellen. Klingt zunächst einmal verrückt, ist aber wirklich möglich! Das Beweisvideo dazu gibt es selbstverständlich auch im Netz.
Der Effekt tritt auf wenn man die Rolle mit gleichmäßigen 3cm / Sekunde abrollt. Durch die entstehenden Van-der-Waals-Kräfte werden kleine Blitze zwischen dem bereits abgerollten Teil und dem noch auf der Rolle befindlichen Teil erzeugt. Diese liegen im Frequenzspektrum von Röntgenstrahlen und sind daher auch für Menschen unsichtbar.
Die Intensität der Röntgen-Tribolumineszenz reicht aus, um damit Röntgenbilder aufzunehmen.
So der Forscher Carlos G. Camara und seine Kollegen von der University of California in Los Angeles.
Schon 1953 war dieses Phänomen an Klebebändern erstmals beobachtet worden. Schlüssig erklären können es die Physiker auch mit der neuen Präzisionsmessung noch nicht. Denn die van-der-Waals-Kräfte, die für den Klebeeffekt verantwortlich sind, sind eigentlich um das Hundertfache zu schwach, um genug Energie für die Röntgenblitze bereitstellen zu können. Aber das Grundprinzip ist zumindest klar: Beim Abziehen sammeln sich auf dem abgerollten Streifen positive Ladungen, die verbleibende Rolle lädt sich dagegen negativ auf. Wenige Male pro Sekunde kommt es dadurch zu Entladungen zwischen diesen beiden Polen. Im Vakuum werden dabei Elektronen beschleunigt und können in Wechselwirkung mit anderen Partikeln die hoch energetischen Lichtteilchen erzeugen.
(Quelle: heise.de)
Ich freue mich schon auf die ersten selber geröntgen Finger :D.



