Das kaufmännische „Und“

Heute geht es in der Rubrik Etymologie mal um das „&“ Zeichen. Eigentlich jeder kennt das Zeichen und es hat sicher auch schon mal jeder irgendwo benutzt. Doch woher kommt dieses Zeichen und warum sieht es so aus?

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich relativ einfach. Das Zeichen stammt aus einer Verschmelzung zweier Buchstaben, ähnlich dem heutigen ß in Deutschland.
Das &-Zeichen war früher das lateinische Wort „et“, zu Deutsch: „und“. Schreibt man das „et“ nun in Schreibschrift und wartet einige Jahre wird daraus unser bekanntes kaufmännisches Und.

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Im Mittelalter wurde das Zeichen als eigenständige Ligatur genutzt und hing deshalb seit eh und je zusammen. Im Laufe der Zeit veränderte es sich immer weiter zu unserem heutigen Zeichen, es gibt sogar Varianten wie „&c.“ was für das bekannte „etc.“ steht.

Etymologie des Wortes „Boykott“

charles_cunningham_boycott_vanity_fairHeute nun der erste Beitrag zur neuen Kategorie „Etymologie„. Es geht um das Wort Boykott. Wie schon angekündigt gibt es einige witzige Enstehungsgeschichten für diverse Wörter, der Boykott ist so eins.

Und zwar geht das Wort auf den britischen Gutsverwalter Charles Cunningham Boycott zurück. Man merkt direkt das Boykott also früher ein Name war bzw. heute noch ist. Die Frage jedoch, wie kam der gute Mann zu dieser zweifelhaften Ehre?

Er war wie gesagt ein britischer Gutsverwalter, und zwar in Irland um 1880, dort jedoch sehr verhasst. Damals herrschte eine große Kluft zwischen Pächtern und Gutsverwaltern. Er war ein strenger und herrischer Mann, der seine Pächter ständig schikanierte und drangsalierte. Daher weigerten sich die Pächter ihren Pachtzins zu bezahlen. Weiterhin wollte niemand mehr für ihn arbeiten oder sonst etwas mit ihm zutun haben. Selbst die Eisenbahn weigerte sich schließlich sein Vieh zu transportieren, daher musste er selber mit Militärschutz dafür sorgen das seine Ländereien bestellt wurden. Es tat keiner mehr freiwillig Arbeit für den Gutsverwalter. Ein Beschluss der Irischen Landliga gestattete den Arbeitern offiziel, Boykott zu meiden und ihm aus dem Weg zu gehen. Dabei tauchte erstmals das Wort „boycottieren“ auf. Daraus wurde dann der Boykott wie wir ihn heute kennen.

Wie man sieht eine interessante Geschichte zu einem Wort, das wir heute oft in den Nachrichten hören oder selber benutzen. Jetzt wisst ihr auch woher der Begriff kommt :).

Etymologie

etymologieAb heute poste ich hier ab und zu auch mal etwas zur Etymologie (Lehre der Wortherkunft) verschiedener Worte. Einfach weil es manchmal sehr interessant und auch durch aus lustig ist woher ein Wort stammt. „Etymologie“ kommt übrigens von dem altgriechischem Wort étymos, was soviel wie wahrhaftig oder wirklich heißt und der Endung -logie, was Lehre, Sinn oder Rede heißt.

Wikipedia meint dazu übrigens:

In jedem Wort sind Lautgestalt, Bedeutung und Gebrauch untrennbar ineinander verflochten. Jeder dieser Bestandteile ist zeitlich und örtlich Änderungen ausgesetzt (von Generation zu Generation, von Ort zu Ort, von Person zu Person, in verschiedenen Lebensabschnitten). Daher befasst sich die Suche nach dem „Etymon“ eines Wortes auch mit dem Wandel, dem es von Beginn an örtlich und zeitlich unterworfen war. Insofern sucht die wissenschaftliche Etymologie nicht normativ „vorschreibend“ ein verbindliches Soll („jetzt und immer richtig“), sondern versteht und beschreibt deskriptiv seine sich verändernde Bedeutungsgestalt in die jeweiligen zeitgeschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge („dort und damals so gesprochen und so gemeint“).

Ihr dürft also gespannt sein was Ihr hier demnächst noch so lernt ;).